Das letzte Gedicht

Die Dichter sind tot

wenn es sie je gab

sind sie verstummt

beraubt ihrer Stimme

ihres Gehörs ihrer Worte

ausgetausch ersetzt

verrottet in Dschungeln

längst keine Helden mehr

die etwas zu sagen hätten

 

Die Gedichte sind tot

allesamt unbedeutsames Placebo

gestern wie heute schön

wirkungsloser Schein

pure Verschwendung von

Zeit und Papier

 

und ihr

begegnet mir überall

macht mir entkommen unmöglich

gebt mir nichts

nehmt mir nichts

keine Veränderung 

keine Nahrung

außer Worthülsenfrüchten

voller Pantheismus

 

Die Zeit

lässt die Bücher

unter der Staubschicht

vergessen


© 05.02.2018